{"id":8,"date":"2014-02-02T13:58:12","date_gmt":"2014-02-02T11:58:12","guid":{"rendered":"http:\/\/konstruktivist.evaprinzip.de\/?p=8"},"modified":"2014-04-22T15:39:45","modified_gmt":"2014-04-22T13:39:45","slug":"konstruktivismus-was-denn-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konstruktivist.evaprinzip.de\/?p=8","title":{"rendered":"Konstruktivismus? Was denn das?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\">Wussten Sie das es Hexen gab? Die Kirche hat sie verfolgt. Aber das ist schon viele hundert Jahre her. Eine der letzten Hexen hatte sich anfangs 1810 in einen Wald zur\u00fcckgezogen. Die Inquisition der Kirche war viel zu stark f\u00fcr ihre Kr\u00e4fte geworden. In dem kleinen Wald hatte sie ihre Ruhe gefunden: Sie hatte sich ein kleines H\u00e4uschen gezaubert mit ein wenig Spinnereien: die W\u00e4nde und das Dach waren aus Lebkuchen und die Fenster aus Zuckerguss.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Die Hexe bemerkte schon, dass die Wege der Menschen ihr immer n\u00e4her kamen. Als sie auszog um dies Haus zu erbauen, da waren die Menschen meilenweit entfernt. Mittlerweile reichten die Wege der Menschen immer n\u00e4her an sie heran.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Eines Morgens wurde die Hexe durch sehr merkw\u00fcrdige Ger\u00e4usche geweckt, die sie sehr beunruhigten. Es klang, als ob Teile ihres Hauses abbrachen oder abgebrochen wurden. Das war bei all den St\u00fcrmen der letzten Monate noch nie geschehen. \u00c4ngstlich fragte sie sich, wer da wohl w\u00fctet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Eine Stimme schien von aussen zu antworten: &#8222;Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.&#8220; Das kam der Hexe merkw\u00fcrdig vor und trotz ihrer Angst ging sie vor das Haus. Sie war nicht wenig erstaunt zu erkennen, dass ein Junge und ein M\u00e4dchen voller Hunger von ihrem Haus runter gegessen hatten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Sofort machte sich die Hexe auf, die verhungerten Kinder aufzunehmen und zu versorgen. Sie gab ihnen Essen und Trinken und eine M\u00f6glichkeit zum schlafen Aber am n\u00e4chsten Morgen hatte sich der Junge schon wieder am Haus zu schaffen gemacht und einige Lebkuchen-Schindeln zerst\u00f6rt. Die Hexe brachte den Jungen in die Stallungen, denn die waren mit Ziegeln gemauert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Fortan schaute sie t\u00e4glich nach dem Jungen, denn sie konnte niemanden was zu Leide tun. Sie pr\u00fcfte gewissenhaft, ob der Junge bei Kr\u00e4ften blieb. Allerdings bemerkte sie nicht, wie der Junge sie austrickste. Wenn sie sehen wollte, ob der Junge noch wohlgen\u00e4hrt war, lies sie sich einen Finger geben,&nbsp; Der Junge aber hatte erkannt, das die Hexe nicht mehr gut sah und reichte ihr zur Kontrolle ein St\u00f6ckchen. Die Hexe erschrak, weil der Junge so abgemagert schien und wolle sofort einen Lebkuchen backen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Und w\u00e4hrend die Hexe den Teig in den Ofen schieben wollte, stie\u00df das M\u00e4dchen sie von hinten in den Ofen. Die Hexe verbrannte j\u00e4mmerlich. Das M\u00e4del aber nahm den Jungen und gemeinsam fanden sie den Weg zur\u00fcck zu den Menschen. Als erstes trafen sie zwei Br\u00fcder, denen sie die Geschichte erz\u00e4hlten, dass ihre Eltern sie im Wald ausgesetzt hatten und sie dort eine Hexe getroffen hatten und&nbsp; aus dessen Gefangenschaft sie sich befreien konnten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die zwei Br\u00fcder hie\u00dfen Jacob und Wilhelm Grimm. Sie schrieben die Geschichte aus der Sicht der Kinder auf und ver\u00f6ffentlichten sie 1812 unter der \u00dcberschrift &#8222;H\u00e4nsel und Gretel&#8220; in dem Buch &#8222;Grimm&#8217;s M\u00e4rchen&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Jeder kennt vermutlich diese Geschichte. Aber vielleicht haben Sie diese noch niemals aus dieser Position betrachtet. Ein unschuldiges Wesen, dass j\u00e4mmerlich ums Leben kommen musste. Sie k\u00f6nnten argumentieren, dass es sich doch nur um ein M\u00e4rchen handelt. Aber wer wei\u00df das so genau. Hexenverbrennungen hat es auf jeden Fall gegeben. Welche Geschichte ist denn aber nun war? Die der Kinder, die vermutet haben, dass die Hexe sie nur m\u00e4sten wollte um sie dann selbst zu verspeisen? Oder diese Version von der f\u00fcrsorglichen Hexe? Hatten die Kinder die Hexe nur falsch verstanden? Auf jeden Fall hat Sie diese Version etwas nachdenklich gemacht, oder?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Aber es gab und gibt wohl keine Hexen soviel ist sicher. Ein anderes M\u00e4rchen-Buch datiert aus 8. oder 9. Jahrhundert vor Christus. Ein griechischer Dichter, vermutlich Homer, hat darin die Geschichte der Erst\u00fcrmung einer Stadt namens Troja beschrieben die vorher jahrelang vergeblich belagert wurde. In dem St\u00fcck spielen allerlei G\u00f6tter eine Rolle. Vor zweihundert Jahren galt diese Mythen-Saga eher als gr\u00f6\u00dftenteils erfunden. Bis dann ein deutscher Forscher namens Heinrich Schliemann dieses Troja bei Ausgrabungen entdeckte. Bis dahin galt diese Stadt eher als ein Teil der Sagenwelt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Wir erkennen, dass sich die Wahrnehmung der Wirklichkeit nicht immer mit der Wirklichkeit deckt und das unser Denken von vielen Faktoren abh\u00e4ngt. Wir konstruieren unsere &#8222;Wirklichkeit&#8220; aus den Erfahrungen und aus den aktuellen Informationen. Dabei wird das wir zu wissen glauben oft zu unserem Wissen hochgestuft. Doch darum geht es im n\u00e4chsten Blog.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wussten Sie das es Hexen gab? Die Kirche hat sie verfolgt. Aber das ist schon viele hundert Jahre her. Eine der letzten Hexen hatte sich anfangs 1810 in einen Wald zur\u00fcckgezogen. Die Inquisition der Kirche war viel zu stark f\u00fcr ihre Kr\u00e4fte geworden. 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